| Der Distrito Federal von Brasilien ist ein künstlich geschaffener Distrikt rund um die Hauptstadt Brasília. Der Bundesdistrikt ist der kleinste und gleichzeitig der am dichtesten bevölkerte Teil des brasilianischen Bundesstaates und liegt im zentralen Hochland inmitten des Bundesstaats Goiás. Bereits 1823 wurde in einem Gesetzentwurf die Idee der Schaffung einer künstlichen Planhauptstadt nach dem Vorbild Washingtons eingebracht. Als Gründe wurden die Unsicherheit der damaligen Hauptstadt und Küstenstadt Rio de Janeiro gegen äußere Feinde wie gegen innere Unruhen ebenso wie eine Förderung des unterentwickelten Landeszentrums genannt. Es dauert aber bis 1891, bis das Projekt Eingang in die Verfassung findet. In den folgenden Jahrzehnten wird mal mit mehr, mal mit weniger Enthusiasmus daran geplant und zum Teil auch schon gebaut. Bis in die 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts dauert es, bis unter Präsident Juscelino Kubitschek die endgültige Planung und Umsetzung des Distrito Federal durchgeführt wird und mit dem Umzug von Präsident, Parlament und Oberstem Gericht zum 21. April 1960 in Kraft tritt. Neben der Hauptstadt Brasília, die mit etwa 200.000 Einwohnern 8 % der Gesamtfläche ausmacht, besteht der Bundesdistrikt aus 18 weiteren Verwaltungsregionen (Regiões Administrativas) mit weiteren ca. 1,8 Mio. Einwohnern: Bis 1969 stand dem Distrito Federal ein Präfekt (Prefeito) vor, seitdem hat der Distrikt einen Gouverneur (Governador) als Oberhaupt und er entsendet, wie jeder brasilianische Bundesstaat, drei Mitglieder in den Senat und ebenso Abgeordnete in die Câmara dos Deputados. |