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Costa Rica - Natur
Nationalparks:
Rund 27% der Fläche Costa Ricas stehen unter Naturschutz. In dem 1969 erlassenen Gesetz zur Erhaltung des Waldes wurde Santa Rosa im Nordwesten des Landes an der Pazifikküste als erster Nationalpark eingerichtet. Gleichzeitig wurde eine Nationalparkverwaltung geschaffen, die aber zunächst weder genügend finanzielle Mittel noch Personal besaß, um den Park wirksam gegen Bauern und Neusiedler zu schützen. Der Privatinitiative Einzelner (siehe Regenwald der Österreicher) ist es zu danken, dass inzwischen die Situation deutlich besser geworden ist. Mehr als 20 Nationalparks gibt es über das Land verstreut mit ganz unterschiedlichen charakteristischen Merkmalen.
Die zu Costa Rica gehörende unbewohnte Cocos-Insel (Isla del Coco) liegt 500 km vor der Küste im Pazifischen Ozean; sie darf heute nur mit besonderer Genehmigung betreten werden. Sie ist wie auch die Nationalparks La Amistad und Guanacaste von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden.
Südlich von Puerto Viejo:
Auf der küstennahen Sackgassenstrecke Richtung Manzanilla herrscht in einigen wenigen Abschnitten dichter Wald mit einer Vielzahl von Vögeln, Echsen und Schmetterlingen. Mit Glück sichtet man in den Baumwipfeln die sehr stark vom Aussterben bedrohten Rotrücken-Totenkopfäffchen. Auffällig ist der weiße Brustflecken, der rotbraune Rücken und kräftige Greifschwanz. Oft können Rabengeier beobachtet werden. Erstaunlich ist, dass die erheblich kleineren Nicaragua-Krähen es mit ihm aufnehmen und sogar noch im Flug vertreiben können, wenn er ihr Revier kreuzt. Auch finkengroße Vögelchen werden dadurch animiert an der Jagd teilzunehmen.
Bis nach Sixaola in Panama wurden bereits erste Schneisenabschnitte einer Verbindungsstraße von Manzanilla aus geschlagen, dann wurde das Projekt aufgegeben. Ein seltener Glücksfall in Costa Rica für die Natur. Dieses Gebiet ist inzwischen zu einem bilateralen Schutzgebiet erklärt und bietet schöne Wanderungen durch gut durchwachsenen sekundären und gelegentlich fast primären Wald. Angebote zu Führungen gibt es in Pto. Viejo. Auch in die Küstenausläufer der nahen mittelamerikanischen Kordilleren bestehen Möglichkeiten in den tropischen Dschungel für einige Stunden einzutauchen.
Krankenhaus für Faultiere:
35 km südlich von Limon befindet sich das Aviarios del Caribe, einem El Hospital de Perezosos (Sloth Rescue & Rehabilition Center), zu gut deutsch, einem "Krankenhaus für Faultiere".
20 Stunden Schlaf am Tag sind bei diesen energiesparenden, geschützten Tieren keine Seltenheit. Dabei machen sie sich allerdings die Mühe ihr Geschäft auf dem Boden zu verrichten, das anschließend sorgfältig mit Erde und Laub bedeckt wird. Eine noch unerforschte Eigenart ist es, das Gesicht "schamhaft" mit den Armen zu bedecken, sobald sie bei ihrer Notdurft beobachtet werden. Aktiv werden diese Zeitlupengesellen bei der Nahrungsaufnahme und der Nähe eines paarungswilligen Weibchens. Ansonsten sind sie so langsam unterwegs, dass sich sogar bis zu vier Arten von Algen in ihr Haarkleid festsetzen, die ihnen - eigentlich weiß geboren - einen grünlichen Schimmer verleihen und somit auch noch zur Tarnung dienen. Dadurch wird ein Falter, der Kleine Zünsler angelockt, der seine Eier in den Haaren ablegt. Die geschlüpften Raupen ernähren sich wiederum von den Algen. Zudem leben im Fell Milben und weitere Kerbtiere. Faultiere leben in dem komplexen Ökosystem Dschungel und sind dabei selbst ein kleines Mikro-Ökosystem mit eigener Flora und Fauna, das auch durch die gesamten Ausdünstungen eine weitere Maskierung dieser "pazifistischen Gesellen" darstellt.
Sie gehören zu der Säugetiergruppe Nebengelenktiere, sind damit verwandt mit den Gürteltieren und Ameisenbären und werden neben typischen Skelettmerkmalen nach der Anzahl ihrer Sichelklauen an den Vorderpfoten in zwei- und dreifingrige eingeteilt.
Letztere sind so "faul", dass sie bei Gefahr ihren Kopf um 180° drehen können, um nicht den ganzen Körper bewegen zu müssen. Während bei ersteren die spitzen Fangzähne darauf hinweisen, dass Insekten, Eier und Jungvögel die Nahrung bereichern, begnügen sich die dreifingrigen Artgenossen mit einer vegetarischen "Diät" aus Früchten, Blätter und Blüten des Kikropiabaumes. Beide verfügen, wie die Wiederkäuer, über einen vierkammrigen Magen und müssen zur Verdauung der cellulosehaltigen Nahrung zunächst einmal die dazu notwendigen Bakterien aufnehmen. Kranke, verletzte oder von den Müttern verlassene Faultierbabies werden in diesem "Hospital" in privater Initiative - Spenden sind willkommen - aufgepäppelt und von Tierärzten versorgt.
Die Station dient in erster Linie wissenschaftlichen Zwecken, da die Biologie und Soziologie der Faultiere noch weitgehendst unerforscht ist. So ist man gerade dabei, die Milch zu analysieren, um Jungtiere optimal aufziehen zu können. Aber auch die einheimische Bevölkerung, insbesondere Schulklassen, werden in kleine Programme eingebunden. Die häufigsten Verletzungen der Faultiere stammen von Stromschlägen (oft Amputationen erforderlich), die sie bei der Nutzung von Stromleitungen als Abkürzung erhalten, Bissverletzungen durch Brüllaffen, Unfälle mit Autos, aber auch Schussverletzungen durch den Menschen. Ziel ist die Rehabilitation und Freisetzung - natürlich nicht ohne mit einem Sender markiert zu werden, dessen Batterien Energie bis zu 2 Jahre lang lieferen -, um Informationen über Standort und Umweltbedingungen erhalten zu können.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Costa Rica aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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