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Das politische System Ecuadors ist einerseits stark zentralisiert, da die politische Macht hauptsächlich in der Hauptstadt Quito liegt, wenngleich in den vergangenen Jahren Dezentralisierungsbemühungen unternommen werden. Das Staatswesen ist auf den Präsidenten zugeschnitten, der einen Gouverneur für jede Provinz ernennt. Die Bevölkerung der Provinzen selbst wählt einen Präfekten, der in erster Linie für Infrastrukturmaßnahmen in den ländlichen Gebieten zuständig ist und dort in etwa die Funktionen eines übergeordneten Bürgermeisters hat, während die Bürgermeister in den Städten diese Funktionen selbst wahrnehmen. Im Zuge der Dezentralisierungsbemühungen sind sogenannte Kirchspielversammlungen (juntas parroquiales) eingeführt worden, die ebenfalls regulär gewählt werden und auf unterster Ebene in Städten und auf dem Land an politischen Entscheidungen mitwirken. Neben den Kirchspielversammlungen gibt es Nachbarschaftsvertretungen, die sich bilden können und deren Vorschläge zu lokalen Themen von den Kirchspielversammlungen zu berücksichtigen sind.
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Andererseits weist die politische Machtstruktur auf nationaler Ebene deutliche Elemente einer Konkordanzdemokratie auf: Die politische Macht im Lande muss ständig zwischen den beiden bedeutenden Großregionen Costa und Sierra mit ihren Zentren Guayaquil und Quito austariert werden. Bei Präsidentschaftswahlen nominieren alle Parteien, die sich Chancen auf den Wahlsieg ausrechnen, ein Gespann aus Präsidentschafts- und Vizepräsidentschaftskandidat, von denen jeweils einer aus der einen, einer aus der anderen Großregion stammt. Der Einfluss der politischen Parteien ist jeweils ebenfalls weitgehend auf je eine Regionen beschränkt: Der christlich-soziale Partido Social Cristiano (PSC) und der populistische Partido Roldosista Ecuatoriano (PRE) haben ihren Rückhalt in der Küsten-, die sozialdemokratische Izquierda Democrática den ihren in der Andenregion. Die genannten Parteien sind stark auf einzelne Personen, nämlich die Ex-Präsidenten León Febres Cordero, Abdalá Bucaram und Rodrigo Borja zentriert. Einen Sonderfall im ecuadorianischen Parteiengefüge ist das Movimiento de Unidad Plurinacional Pachakutik-Nuevo País, die Partei der Indianerorganisation CONAIE. Diese wird vor allem in den ländlich geprägten Provinzen des Landes gewählt und ist bestrebt, im Sinne der Organisation indigener Dorfgemeinschaften das Macht- und Entscheidungsvolumen einzelner Personen zugunsten der Allgemeinheit in der Partei zu beschneiden.
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Das politische Leben auf nationaler Ebene ist von starker Instabilität geprägt, im Nationalkongress bilden sich selten stabile Koalitionen, Gesetze werden vielfach nach ausgiebigen Verhandlungen zwischen einzelnen Regierungs- und Oppositionsparteien verabschiedet. Das Wahlrecht hat zudem zuletzt dazu geführt, das Ex-Präsident Lucio Gutiérrez für eine Partei ins Amt gewählt wurde, die neu gegründet war und weder Erfahrung in der Parlamentsarbeit noch eine bedeutende Repräsentanz im Parlament hatte, was das politische Leben zusätzlich destabilisierte und letztlich zu Gutiérrez' Sturz beitrug. Auch sein Nachfolger, der ehemalige Vizepräsident Alfredo Palacio hat keine gefestigte eigene Parlamentsmehrheit.
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Das Militär hat ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Politik, zum einen durch die Präsenz ehemaliger Militärs in Führungspositionen, zum anderen dadurch, dass es dem regierenden Präsidenten bei Protesten und Aufständen die Unterstützung entziehen kann, wie es in den Fällen der gestürzten Jamil Mahuad (2001) und Lucio Gutiérrez (2005) geschehen ist.
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Die derzeitige Verfassung, die 1998 erlassen wurde, ist die bereits die 19. in der 175-jährigen Geschichte des Landes und war die fünfte im 20. Jahrhundert. Derzeit wird über eine Verfassungsreform diskutiert.
| | Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ecuador
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