|
|
|
|
In Nicaragua leben etwa 5,46 Millionen Menschen (Juli 2005) von denen etwa 90 % in der Pazifikregion und im Managua-Gebiet leben. Die Bevölkerung besteht zu 69,7 % aus Mestizen die sich selber als Nicas bezeichnen, 17,6 % sind Weiße (bzw. Spanier). 9,2 % sind afrikanischer Herkunft, die zu 95 % in der Atlantikregion leben, allerdings stellen auch dort inzwischen Mestizen und Weiße mit knapp 59 % die Mehrheit. 3,2 % sind Indígenas. Hinzu kommen etwa 30.000 Araber (Syrer, Libanesen...) und es existiert in Managua sogar eine Gemeinde von ca. 8.000 chinesischen Einwanderern.
| |
|
Als die Sandinisten 1979 ihre Landreform durchführten, und das Land an Kleinbauer, Kooperativen und Staatsbetriebe verteilten, hatte man es unterlassen, die neuen Besitzer offiziell in die Katasterämter einzutragen. Man sagt, dass die Sandinisten es vergessen hätten, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass sie nicht die Kontrolle über so viele Ländereien verlieren wollten. Diese Umstände führten zur großen Landfrage in den 1990ern.
| |
Eines der ersten Ziele, die nach 1990 verfolgt wurden, war es die Landreform der Sandinisten rückgängig zu machen. Zunächst wurden Staatsbetriebe zu je 25 % zwischen ihren einstigen Großgrundbesitzern, Landarbeitern, ehemaligen Angehörigen der sandinistischen Armee sowie den ehemaligen Contras aufgeteilt. Doch mit dem Ende der Revolution kamen auch die mit Somoza geflohenen Reichen aus ihrem Exil in Miami zurück und forderten ihr Land. Sie hatten im Gegensatz zu den Bauern und Kooperativen noch ihre Besitztitel. Auf juristischem Wege ließen sich einige Fälle "klären", wobei die Richter oftmals bestochen worden sind, um zu Gunsten der ursprünglichen Besitzer zu entscheiden. Es folgten harte Auseinandersetzungen, denn das durch die Revolution politisierte Volk, ließ sich nicht "ihr" Land wegnehmen. Es kam zu zahlreichen Protesten in der Bevölkerung die auch zu einigen Erfolgen führten. So musste Alemán die geplante Neuordnung des Bodenbesitzes 1997 überarbeiten, da es zu großen Demonstrationen und Blockaden gekommen war.
| |
Doch die Situation bleibt in vielen Fällen ungeklärt, und die Gerichte schieben den Klagenberg vor sich her. Um die Situation endgültig zu klären, werden seit längerem spezielle Agrargerichte gefordert, doch diese wurden bisher nicht gegründet. Eine Folge dieser unklaren Besitzverhältnisse ist Landflucht.
| |
|
Wegen der hohen Arbeitslosigkeit gibt es in Nicaragua eine ausgeprägte Landflucht. Dabei ist die Hauptstadt Managua das wichtigste Ziel. Allerdings ist auch hier die wirtschaftliche Situation nicht wesentlich besser und die Verstädterung bringt ihre eigenen Probleme mit sich. Viele zieht es weiter ins Ausland, wo sie Arbeit suchen. Schätzungen zufolge lebt rund jeder fünfte Einwohner Nicaraguas im Ausland, hauptsächlich in Costa Rica und in den USA. Dort leben und arbeiten sie meist illegal und sind durch ihre Überweisungen an Freunde und Verwandte die Hauptdeviseneinbringer des Landes.
| |
|
Unmittelbar nachdem die Spanier das Land Nicaragua erobert hatten (um 1530) kamen spanische Missionare in das Land. Bis auf wenige Ausnahmen wurde die Indigene Bevölkerung weitestgehend zum katholischen Glauben bekehrt, allerdings gab es immer wieder Aufstände gegen die Spanier, aus diesem Grund wurden auch zahlreiche Nicaraguaner nach Peru deportiert wo sie unter unmenschlichen Bedingungen in Minen und Bergwerken arbeiten mussten, wo die meisten auch starben.Ein spanischer Mönch schätzte damals, dass in dem Land wohl kaum mehr als 5.000 Menschen leben dürften. 1821 erklärte das Land seine Unabhängigkeit. Wenige Jahre später kamen erste protestantische Missionare aus den USA nach Nicaragua und gründeten vor allem an der Atlantikküste evangelische Gemeinden, aber auch in Managua und anderen größeren Orten hatten sie Erfolg. Die Mehrheit der Nicaraguaner ist nach wie vor katholisch (über 80%); allerdings hat die katholische Kirche bei der Bevölkerung an Bedeutung verloren.
| |
|
Spanisch ist die Amtssprache Nicaraguas und wird von den meisten europäischstämmigen Mestizen sowie den meisten Indígenas gesprochen. Insgesamt 90 % sprechen Spanisch als Muttersprache, gefolgt von Kreolisch (Karibisches Englisch) das besonders an der Ostküste Nicaraguas verbreitet ist. Dazu kommen die Indiosprachen Miskito, Sumu, Rama und Garífona (Igñeri). Das nicaraguanische Spanisch hat zum Teil starke Ähnlichkeit mit dem argentinischen Spanisch.
| | Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Nicaragua
aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. | |
|
|
|
|
| Total Hits |
Wir hatten 6.060.424 Seitenzugriffe seit 26. Oktober 2004
799 Web-Links 159.661 * besucht
278 Dateien 5.362 * heruntergeladen
Dateien: 101,93 MB
|
|