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Paraguay war bis in die 1960er Jahre ein reines Agrarland. Heute noch spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle: 39 % der Bevölkerung arbeitet im Agrarsektor, der 24,9 % zum BIP beiträgt. Großgrundbesitz prägt die Besitzstruktur, etwa 80 % der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gehören 2 % der Bevölkerung - ein Merkmal, das leider für die meisten lateinamerikanischen Staaten typisch ist.
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Doch der Industriesektor wächst seit den 1970er Jahren schnell und stetig, und machte im Jahre 1998 bereits 26,2% des BIP aus.
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Der Dienstleistungssektor steuerte im selben Jahr (1998) mit 48,9% den Löwenanteil zum BIP von 8.608 Millionen US-Dollar bei - daraus ergibt sich ein Pro-Kopf-BIP von 1650 US-Dollar.
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Auf den Grasfluren des Gran Chaco wird nahezu ausschließlich Weidewirtschaft betrieben. In den letzten Jahrzehnten wurde hier von den Mennoniten die Milchwirtschaft nach europäischen Standards ausgebaut, die nun fest in ihrer Hand ist. Östlich des Paraguay wird vorwiegend Ackerbau betrieben. Hauptanbauprodukte sind Sojabohnen, Maniok, Baumwolle, Zuckerrohr und Getreide. Forstwirtschaftliche Produkte (29 % Paraguays sind mit Wald bedeckt) sind neben Holz Tannin und Petitgrain. Petitgrain ist ein Öl, das zur Parfümherstellung verwendet wird.
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Bergbau spielt in Paraguay kaum eine Rolle, da die nachgewiesenen Lagerstätten nur in geringem Umfang abgebaut werden. Es gibt Erdöl-, Eisenerz-, Mangan- und Steinsalzlagerstätten.
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Seit den 1970er Jahren verzeichnet der Industriesektor beträchtliche Zuwachsraten und trägt nun 26,2 % zum BIP bei. Die industrielle Produktion beschränkt sich weitgehend auf land- und forstwirtschaftliche Güter. Vorherrschende Zweige sind Holz- und Fleischverarbeitung, Gewinnung pflanzlicher Öle sowie Herstellung von Süßwaren und Fruchtsäften. Darüber hinaus gibt es Textil- und Glasfabriken sowie ein Zementwerk. 22 % der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt.
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Ein Devisenbringer für Paraguay ist das momentan größte Kraftwerk der Welt Itaipú. Es wurde in einem Joint-Venture zusammen mit Brasilien erbaut, und gehört den beiden Staaten zu gleichen Teilen. 99,88 % der gesamten elektrischen Energie Paraguays werden in Wasserkraftwerken erzeugt. Da der vom Kraftwerk Itaipú erzeugte paraguayische Stromanteil von Paraguay nicht verbraucht wird, wird der Überschuss verkauft, v.a. an Brasilien .
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Paraguay hat eine durch starke Schattenwirtschaft gekennzeichnete Marktwirtschaft. Die Schattenwirtschaft zeichnet sich durch die Einfuhr von Konsumartikeln und deren Wiederausfuhr in benachbarte, wohlhabende Länder aus sowie durch die Aktivitäten tausender Kleinstunternehmer und städtischer Straßenhändler.
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Wegen der Bedeutung der Schattenwirtschaft sind Wirtschaftsdaten schwer zu erhalten. Ein großer Prozentsatz der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und häufig in Form der Subsistenzwirtschaft.
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Die Wirtschaft ist zwischen 1995 und 1997 formal um 3 % gewachsen, jedoch ist das BIP in den Jahren 1998, 1999 und 2000 leicht gefallen. Das Pro-Kopf-Einkommen stagniert auf dem Niveau von 1980. Die Mehrheit der Beobachter führt die schlechte Entwicklung der paraguayischen Wirtschaft auf unverlässliche Politik, Korruption, Mangel an strukturellen Reformen, die bedeutende interne und externe Staatsverschuldung und die mangelhafte Infrastruktur zurück.
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Die Grundversorgung der Bevölkerung im Materiellen und im Bereich der Gesundheit ist in Paraguay gewährleistet.
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Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für:
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das Gesundheitswesen bei 7 %
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das Bildungswesen bei 22 %
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das Militär bei 11 %
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| Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Paraguay
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