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Venezuela - Wirtschaft

Wirtschaft:
Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei 110,8 Milliarden US-Dollar, pro Einwohner bei 4.262 US-Dollar.
Erdöl und andere Rohstoffe:
Drei Zahlen illustrieren eindrucksvoll, wie bedeutend der Rohstoff Öl für das OPEC Gründungsmitglied Venezuela ist: es steht für vier Fünftel der Exporte des lateinamerikanischen Landes sowie für die Hälfte der Staatseinnahmen und 25 Prozent der Wirtschaftsleistung. 2005 verdiente das Land rund 35 Prozent mehr mit Öl als im Jahr zuvor. Die laufenden Einnahmen der Regierung sind demnach in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres um 80 Prozent gestiegen.
Mit dem Anstieg der Einnahmen aus dem Ölgeschäft ist die Wirtschaft stark gewachsen, allein im zweiten Quartal um 11,1 Prozent. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einer Jahresrate von 7,8 Prozent. Auch wenn der Spezialfonds gefüllt wird und obwohl nach Analystenschätzungen ein Haushaltsdefizit von zwei bis drei Prozent auflaufen dürfte, schwimmt der Staat weiter in Geld: Der Wert der Devisenreserven wird auf mehr als 30 Milliarden Dollar veranschlagt; allerdings legt Venezuela diese Reserven nicht mehr in Dollar an.
Der Staat fordert in der OPEC hohe und seiner Meinung nach „gerechte“ Preise, sowie Fördermengenbeschränkungen. Seit 2002 kommen die Erlöse aus der Erdölindustrie anscheinend nicht mehr den herrschenden Eliten zugute, sondern werden von der Regierung für Investitionen in die Infrastruktur, vor allem Eisenbahn- und Straßenbau, sowie für Programme in der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitspolitik verwendet. Trotz der anhaltenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela beziehen die Vereinigten Staaten rund 15 Prozent ihres Erdöls aus Venezuela.
Außenhandel:
Venezuela exportierte 2002 Waren im Wert von 26,22 Mrd. US Dollar, die Importe lagen im selben Jahr bei 12,28 Mrd $, womit die Handelsbilanz positiv ausfällt. Ausgeführt wurden zu 80% Erdöl und -gas. Hauptimporte sind Maschinen, Transportausrüstungen und chemische Produkte. Wichtigster Handelspartner sind die Vereinigten Staaten, weit dahinter folgen Kolumbien, Mexiko, Brasilien und europäische Staaten.
Bei der Ausfuhr von Eisenerz ist Venezuela Dank ergiebiger Quellen am Orinoco sehr bedeutend, auf dem 8. Platz in der Welt. Weiterhin führt das Land auch Stahl, Edelmetalle, Zement, Textilien und in viel geringerem Maße andere Produkte aus. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist die Tourismusbranche.
Firmen:
Eine der größten Firmen in Venezuela ist der staatliche Erdölkonzern PDVSA. Die PDVSA hält einen 100% Anteil an Citgo.
Weiterhin gibt es die Linea Aeropostal Venezolana, die zweitgrößte südamerikanische Fluggesellschaft. Ehemals gab es noch die VIASA, die staatliche Fluggesellschaft, die bis 1997 existierte. Die Regierung versucht gerade, eine neue staatliche Fluglinie ins Leben zu rufen, die CONVIASA, bisher aber nur mit mäßigem Erfolg; sie besteht derzeit nur aus drei Flugzeugen.
Derzeit hat die World Boxing Association ihren Sitz in Caracas. Mitte der 1990er wurde der Sitz von Panama-Stadt dorthin verlegt. Es gibt allerdings Gerüchte, dass der Sitz noch 2006 zurückverlegt wird.
Medien:
Es gibt fünf Fernsehkanäle, die landesweit ausstrahlen. Vier davon sind privat und eher regierungsfeindlich, einer staatlich und eher regierungsfreundlich. Alle Fernsehkanäle sind ihrem Besitzer sehr zugeneigt. Des Weiteren gibt es zahlreiche regionale Sender. Die wichtigsten Tageszeitungen sind El Universal (eher rechtsliberal), El Nacional (eher linksliberal), Ultimas Noticias (Boulevard), Tal, Cual (eher linksliberal), Daily Journal (englischsprachig, Wirtschaftsblatt) und VEA, Diario de Caracas (regierungsnah).
Venezuela ist Haupteigner des Fernsehsenders TeleSUR. Die Regierung beabsichtigt, mit dem Sender Lateinamerika eine eigene „bolivarische“ Stimme zu geben und versucht damit die Bevölkerung von staatlicher Seite zu beeinflussen.
Internationale Wirtschaftsbeziehungen:
Am 9. Dezember 2005 trat Venezuela als fünftes Mitglied dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis MERCOSUR bei.
Seit 2005 gibt es die durch Hugo Chávez initiierte Alternativa Bolivariana para las Américas (abgekürt „ALBA“, deutsch „Bolivarianische Alternative für die Amerikas“), welche dem Aufbau einer Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Kuba und Venezuela dient. 2006 ist auch Bolivien der ALBA beigetreten. Ziel ist es, eine Alternative zu der von den USA geschaffenen gesamtamerikanischen Amerikanische Freihandelszone zu schaffen und möglichst viele Staaten Lateinamerikas für einen gemeinschamen Wirtschaftsmarkt zu gewinnen.
Ein weiteres Abkommen ist das Petrocaribe. Es erlaubt den Karibikstaaten den Kauf von Erdöl aus Venezuela, allerdings muss nur ein kleiner Teil sofort bezahlt werden. Der restliche Betrag kann zu einem Zinssatz von 1 % für 25 Jahre gestundet werden. Zu den Teilnehmern zählen 12 der 15 Mitgliedsstaaten der CARICOM, sowie Kuba und die Dominikanische Republik.
Öl für Bedürftige:
Venezuela hat bekanntgegeben, Bedürftigte in den USA mit verbilligten Öl zu versorgen, was Spannungen geradezu provoziert. Die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft Citgo und der US-Bundesstaat Maine haben eine entsprechende Vereinbarung getroffen. „Die Heizkosten sind dramatisch gestiegen, und die amerikanische Regierung hat es nicht geschafft, die Bewohner von Maine mit den benötigten Ressourcen zu versorgen. Wir danken der venezolanischen Regierung für ihre Großzügigkeit”, wurde der Gouverneur von Maine in der venezolanischen Erklärung zitiert. Citgo wird demnach 34 Millionen Liter Heizöl zu 40 Prozent unter dem Marktpreis an sozial schwache Haushalte in Maine verkaufen. Auch vier Indianerstämme und Obdachlose sollen laut Botschaft in den Genuss des Sonderpreises kommen. Im vorigen November hatte Citgo bereits ähnlich billig Heizöl an Bedürftige in Boston und im New Yorker Stadtteil Bronx geliefert.
Staatsausgaben:
Zwischen 1991 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
  • das Gesundheitswesen bei 10%
  • das Bildungswesen bei 20%
  • das Militär bei 6%
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Venezuela aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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